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Homepage d. gleichnamigen Nordhessischen Vereins

Eine stärkere Auseinandersetzung mit der menschlichen (Entwicklungs-) Geschichte fördern

Das nördliche Hessen ist reich an historisch-kulturellen Zeugnissen und Wirkstätten des Menschen - auch der weiter zurückliegenden Vergangenheit. Durch die Tätigkeit eines neuen Vereins soll das Wissen über die kulturelle und auch biologische Entwicklung des Menschen in der Region gefördert werden.
Der „Nordhessische Verein für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters" wurde am 02.02.2008 mit Sitz in Bad Hersfeld gegründet. Zum 1. Vorsitzenden wurde Herr Dr. Günter Landeck aus Bad Hersfeld und zum 2. Vorsitzenden Herr Günther Schulz aus Alsfeld gewählt. Nach Auskunft des Vorstandes sind als Hauptschwerpunkte der Vereinstätigkeit Vortragsreihen, Seminare und Exkursionen geplant. Die Begeisterung von Jugendlichen und Kindern an der Lebensweise und den Erfindungen unserer Vorfahren soll ebenfalls einen Schwerpunkt bilden. Darüberhinaus möchte der Verein eine weitere Anlaufstelle für Beobachtungen kulturgeschichtlicher Hinterlassenschaften darstellen, welche in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden der Erweiterung des Kenntnisstandes unserer regionalen Vorgeschichte dienen soll.


NEU
im Download:

G. Landeck
Migration of early humans to Central Europe before the Middle Pleistocene? - New archaeological evidence from Germany.
(mit deutscher Kurzfassung)

This article introduces new archaeological finds from fluvial deposits of the River Werra (tributary of the River Weser, Germany) which are assigned to be of Lower Pleistocene age. Recently at the palaeontological site of Untermassfeld which was discovered in the 1970ties some stone artefacts and one small bone tool have been identified orignating from the well-dated late Lower Pleistocene sediments (c. 1.05 Ma). Thus these finds are assumed to be nearly contemporaneous with the earliest archaeological/palaeanthropological sites of South Europe (c. 1.3 Ma), and if further confirmed will open some new perspectives on the dispersal route of early humans concerning the first colonization of Eurasia.

Der Autor stellt in diesem Artikel archäologische Funde aus Zusammenhängen von Flussablagerungen der Werra (Zufluss der Weser, Deutschland) vor, welche in die jüngere Phase des Frühpleistozän gestellt werden müssen. Dabei konnten neuerdings am paläontologischen Fundplatz Untermassfeld einige Steinartefakte und ein kleines Knochengerät identifiziert werden, welche aus sehr sicher datierten Sedimenten des späten Frühpleistozäns stammen (Alter ca. 1,05 Mio. Jahre). Die Werrafunde rücken damit in eine zeitliche Nähe zu den bisher ältesten gesicherten archäologischen und paläo- anthropologischen Fundstellen Europas in Spanien, Italien und Frankreich (bis ca. 1,3 Mio. Jahre) und eröffnen damit bei weiterer Bestätigung möglicherweise Einblicke in die Wanderroute des Frühmenschen während der Erstbesiedlung Eurasiens.